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Sonatensatzform Die S. bezeichnet seit Mitte des 18. Jahrhunderts das Formmodell des Kopfsatzes
(1. Satz) von u.a. Sonaten, Solokonzerten, Kammermusikwerken oder auch
Sinfonien. Der Ablauf gestaltet
sich in aller Regel wie folgt: Nach einer Exposition
(1. Thema in der Tonika, 2. Thema in der Dominante) folgt die Durchführung,
in der Themen verarbeitet werden und harmonisch entferntere Bereiche erklingen.
Die darauffolgende Reprise bringt ein erneutes In-Erscheinung-Treten des
1. und 2. Themas (diesmal beide im
Tonikabereich), bevor eine Coda folgt. Liedform Die L. ist eine instrumentale oder vokale einteilige Form, die vom
Strophenlied abgeleitet wurde. Sie ist als Bogen-, Reihungs-, Bar- oder Gegenbarform möglich und wird in bezug
auf Symphonien, Sonaten etc. in zusammengesetzter Form als große Liedform
(8+8+8) oder auch als langsamer (zweiter) Satz verwendet. Variation Eine V. bezeichnet die Veränderung eines musikalischen Gebildes
hinsichtlich der Harmonik, Rhythmik und Satztechnik beziehungsweise dessen
satztechnischen Bezugs, wobei der Modellcharakter gewahrt bleibt. Menuett Dreiteiliger Volks- beziehungsweise Hoftanz im 3/4tel Takt (gemäßigt);
ab Mitte des 18. Jahrhunderts als Satz in
Sonate, Streichquartett etc. beziehungsweise Sinfonie der Wiener Klassik
eingezogen. Wird durch Beethoven vom Scherzo abgelöst (s.u.). Scherzo Im 17. Jahrhundert Bezeichnung für italienische Tanzlieder. Seit
Beethovens dritter Symphonie dreiteiliger Satz innerhalb zyklischer Werke und
somit Nachfolger des Menuetts (s.o.) Auch
Vortragsbezeichnung (verspielt, spaßig). Rondo Zumeist instrumentale Reihungsform mit dem Schema
a b a c a d a; in der Dreiteiligkeit der Sonatensatzform verwandt. Auch
als Bogenrondo mit variiertem Refrain bekannt. Die Komponisten der Klassik
verwendet des R. als Finalsatz (allegro), in der Klaviermusik des
19. Jahrhundert auch als Einzelsatzform vorhanden. Sinfonie Zyklisches mehrsätziges (in der Klassik zumeist viersätziges)
Orchesterstück mit den bereits genannten Sätzen (Schneller 1. Satz: Kopfsatz,
langsamer 2. Satz (oft in Form des dreiteiligen Liedes oder als
Thema mit Variationen), tänzerischer 3.Satz Menuett, seit Beethovens
dritter Symphonie Scherzo, schneller 4. Satz (Finale). Die S. gilt in den
Epochen der Klassik und Romantik als repräsentative Gattung. Streichquartett /-quintett
/-sextett Werkgattungen des Bereiches der Kammermusik. Aufbau wie bei Sonate und Sinfonie (s.o.); folgende Besetzungen treten auf: Streichquartett:
2 Violinen, Bratsche, Violoncello Streichquintett:
2 Violinen, 2 Bratschen, Violoncello / 2 Violinen, Bratsche, 2 Violoncelli Streichsextett: Je 2 Violinen, Bratschen, Violoncelli Streichtrio S.o., Besetzung jedoch Violine, Bratsche, Violoncello Opera
seria / Opera buffa Als zwei neue große Untergruppierungen kommen in der Klassik die „Opera
seria“ (vor allem zwischen 1720-80) und „Opera buffa“ (1750-1810) auf: Erstere kann als große italienische Oper
mit durchweg ernstem Charakter verstanden werden; ferner wird der Einzug
aristokratischer Elemente deutlich wie etwa die Darstellung von
Einzelschicksalen, Liebe und Leidenschaft beziehungsweise realitätsfernen Bezügen.
Die Opera buffa hingegen verarbeitet überwiegend bürgerlich-heitere Stoffe,
die oft reale Bezüge aus dem Alltagsleben aufweisen und dargestellt sind durch
komische Szenen bzw. Personen, Intermezzi komischen Charakters u.a. Melodram Eine im 18. Jahrhundert in Erscheinung tretende französische Konzert- und
Bühnengattung, bei der neben gesprochener Sprache auch Instrumentalmusik zwecks
Ausdeutung derselben verwandt wird. Später erhält das M. vor allem in
Singspielen und Opern Einzug. Singspiel Musikalisches mehraktiges oder –szeniges Bühnenstück durchweg heiteren
Charakters, wobei gesprochene Dialoge in Prosa, Tanzeinlagen, Chorpartien oder
Arien verwendet werden. Wird im 18. Jahrhundert vor allem als Pendant zur
ernsten Oper seria angesehen und erreicht ihren Höhepunkt bei Mozart (Die Entführung
aus dem Serail, 1782; Die Zauberflöte, 1791). Sonate / Sonata Zyklische mehrsätzige Instrumentalkomposition in Trio-, Duo- oder Solobesetzung, die seit etwa 1750 ohne Generalbassbegleitung gespielt. Der Aufbau entspricht dem der Sinfonie (s.o.) |
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