Epochen-Übersicht

 
 
  

 
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Die deutsche romantische Oper fußt auf dem Singspiel. Sie zeichnet sich generell durch eine Betonung des Lyrischen aus, während dramatischen Elementen weniger Bedeutung zukommt, die Gunst des Publikums weniger ansprechend; als Beispiele hierfür seien etwa Alfonso und Estrella von Schubert (1821/22) oder Spohrs Jessonda (1823) genannt. Deutlich größeren Anklang findet Webers Freischütz (1821), in dem eher volkstümliche Elemente verarbeitet werden. Darüber hinaus kommt es zu zahlreichen Naturschilderungen und Klangsymboliken, die sich im folgenden durchsetzen sollen. Im deutschen Biedermeier werden mit dem Erscheinen der komischen Oper ähnliche Erfolge erzielt - sei es etwa durch Lortzing (Der Wildschütz, 1842, Die Lustigen Weiber von Windsor, 1849) oder auch Cornelius (Der Barbier von Bagdad, 1858).

Währenddessen bildet sich in Frankreich die Grand Opéra heraus, zu deren berühmtesten Vertretern Meyerbeer (Les Huguenots, 1836) beziehungsweise Berlioz (Les Troyens, 1855-58) gehören. Die Stücke der Grand Opéra werden im Rahmen von äußerst aufwendigen, effektheischenden Bühnendarstellungen aufgeführt, wobei Massenauftritte nicht zur Seltenheit gehören. Im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts entwickelt sich in der Folgezeit das sogenannte „Drame lyrique“, in denen hochdramatische Szenen mit Sentimentalität verquickt werden : Mignon (v. Thomas1866), Carmen (v. Bizet 1975), Manon, (Massenet 1884).

 In Italien sind es vor allem Rossini (Il barbiere di Siviglia, 1816), Bellini (Norma, 1831) und Donizetti (Lucia di Lammermoor, 1835), die der nationalen Operntradition zu weltweitem Ruhm verhelfen und in Verdis Opern Aida (1871), Otello (1887) und Falstaff (1893) gipfeln – sich gleichsam auszeichnend durch eine psychologisch-dramatische Charakterisierung.          

 In Osteuropa treten im 19. Jahrhundert Opern in Erscheinung, die eine Vielzahl volksliedhafter Melodien verarbeiten: So kommen Glinka (Das Leben für den Zaren, 1836), Mussorgski (Boris Godinow, 1874) beziehungsweise Tschaikowski (Eugen Onegin, 1879) aus Russland, während die tschechische Oper hauptsächlich von Smetana (Die verkaufte Braut, 1866), Dvorak (Rusalka, 1901) und Janacek (Jenufa, 1904) repräsentiert wird.

                              

Das Opernschaffen am Ende des 19. Jahrhunderts wird über die Landesgrenzen hinaus stark von Wagner und dessen Musikdramen geprägt (z. B. wagnérisme in Frankreich). (s.o.). Deutsche Komponisten wie Richard Strauss und Hans Pfitzner vermögen einen eigenständigen Stil zu erschaffen, der sich bei Strauss in den Opern Guntram (1894), Salome (1905) und Elektra (1909) vollzieht, während sich Pfitzner (Palestrina, 1917) sehr an Wagners Ideendrama anlehnt. Als bedeutendste Oper, die als Gegenbewegung zur wagnerischen Tradition verstanden werden kann, gilt Pelléas et Melisande von Debussy aus dem Jahr 1902 unter Verwendung symbolistischer Elemente.

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