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Fremdsprachige Entsprechungen des Begriffs ‚Romantik’ weisen eine
Vielzahl an mehr oder weniger ähnlichen Bedeutungen auf, wobei dem altfranzösischen
Wort „romance“ (Dichtung, Roman) repräsentative Bedeutung zukommen soll. Im
18. Jahrhundert der Literatur werden gemeinhin mystische, phantastische, märchenhafte
beziehungsweise romanartige Stoffe verarbeitet, deren
musikalische Entsprechung jedoch frühestens in der Zeit ab 1800 zu
suchen ist. Hier verlaufen viele unterschiedliche Stränge, die offensichtlich
in ihrer Mehrzahl eine Gemeinsamkeit aufweisen: Das Ziel einer in Absage an den
realistischen technischen Fortschritt gerichtete „phantastische“ und
„romantische“ Musik.
Das 19. Jahrhundert steht,
ausgehend von England, im Zeichen der technischen Revolution, welche die
Verlorenheit und Anonymität des Menschen in einer sich ausbildenden
Massengesellschaft nach sich zieht. Als wichtige politische Ereignisse seien
neben dem Wiener Kongress (1815) die Revolutionen in Frankreich und Deutschland
(1830 / 1848) genannt, die eine allgemeine Demokratisierung bewirken. Literatur, Kunst und Musik werden vom sogenannten Bildungsbürgertum
rezipiert, wobei starke Unterschiede in den Ansprüchen bestehen. Durch die
bereits erwähnte sich ausbreitende Industrialisierung werden ungeahnte Möglichkeiten
der Massenverbreitung (Noten) und Produktion von Musik und Instrumenten
realisiert – außer Werken höchsten Anspruchs entsteht massenhaft
musikalischer Kitsch, der wie nie zuvor im großen Stil konsumiert wird. Neben
der viele Anhänger findenden Hausmusik wird Musik zudem in Kirchen, Konzertsälen,
Opernhäusern und Salons aufgeführt. Der technische Fortschritt und die damit verbundene technische Denkweise
spiegelt sich insbesondere im Virtuosentum (Paganini, Chopin, Liszt) wider. Die
in der deutschen Romantik dominierende Musikästhetik geht auf E. Th. Hoffmann,
W.H. Wackenroder und L. Tieck zurück, die in der instrumentalen Musik eine vollkommenere Sprache
als in der wortlosen sehen. |
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