|
Komponisten bis zum 2. Weltkrieg Komponisten ab 1950 |
|
Musique concrète Entstehungszeit 1948/49; eine von Pierre Schaeffer ins Leben gerufene Musik aus Lautsprechern, die sich unter anderem Geräuschen aller Art, Vögelzwitschern, Lärm, und auch Instrumentalklängen bedient, also „konkreten“ Klängen. All diese Geräusche werden zunächst auf Tonband aufgenommen, um hinterher zu „Musik“-Stücken zusammengeschnitten zu werden.
Pierre
Schaeffer (1910-1995) Der im französischen Nancy geborene Toningenieur und Komponist beginnt nach Gründung des „Studio d’Essai“ (1942) Ende der 40er Jahre Versuche mit sogenannter „konkreter Musik“ (s.o.). 1954 wird S. Direktor des Radio d’Outre-Mer, bevor er nach leitender Tätigkeit des Service de la Recherche de l’ORTF 1968 Professor am Conservatoire wird. Zu seinen wohl bekanntesten Stücken zählen Étude aux objets (1960) oder auch Le trièdre fertile (1975). S. stirbt schließlich 1995 in Aix-en-Provence, John Cage und der „Zufall“ als Kompositionsprinzip John
Cage (1912-1992) gilt als wichtigster Vertreter der experimentellen Musik.
Geboren in Los Angeles, studiert er zunächst bei Cowell und Schönberg, um
in Seattle und New York verschiedener Lehrtätigkeit nachzugehen. Zur
gleichen Zeit arbeitet er als freier Komponist und Pianist. Seine skandalösen
Auftritte (u.a. 1954 bei den Donaueschinger Musiktagen, 1957/8 in Köln)
bescheren ihm einen zweifelhaften Ruf. Durch den Einsatz des sogenannten
„präparierten Klaviers“ und elektroakustisch gewonnenen Klangmaterials
gelingt ihm eine Erweiterung des Klangspektrums. In Anlehnung an
ostasiatische Philosophien bezieht C. überdies den Zufall (Aleatorik) in
seine Kompositionen ein, womit weder dem traditionellen „Werkbegriff“
noch einer möglichen Wiedergabe seiner Stücke Rechnung getragen wird. Sein
gesamtes Schaffen fußt auf der bewussten Absage an Traditionen. Zu seinen
berühmtesten Werken gehören u.a. The Seasons (1947), Living Room
Music (1940) oder auch Notations (1969). Cage
stirbt 1992 in New York. Serielle Musik Die S. M. bezeichnet eine etwa 1950 entstandene Stilphase Neuer Musik, welcher eine bestimmte Kompositionstechnik zugrunde liegt. Hierbei ist die gleichberechtigte Behandlung aller möglichen Elemente einer Komposition entscheidend; d.h. nicht nur die Tonhöhe, sondern auch Anschlag, Dauer, Farbe beziehungsweise Stärke der Töne müssen berücksichtigt werden. Probleme ergeben sich bei dieser Art Kompositionstechnik freilich in der Ausführung, da diese allzu exakten Angaben weder einwandfrei gesungen noch gespielt werden können. Auch ist das menschliche Gehör nicht in der Lage, das Verständnis der Struktur zu begreifen, da das Kurzzeitgedächtnis für zusammenhanglose Werte bei maximal 8 solcher Werte an seine Grenzen gebracht wird. Pierre
Boulez (*1925) Geboren in Montbrison, wist B. zunächst Schüler von u.a. Messiaen und Leibowitz, bevor er die Konzertreihe Domaine musicale ins Leben ruft. Ab 1958 wirkt er als ständiger Gastdirigent in Baden-Baden (Südwestfunk), bevor er drei Jahre Lehrer für Komposition an der Musik-Akademie der Stadt Basel wirkt. Zwischen 1971 und 1975 leitet er das New York Philharmonic Orchestra. Seit 1975 ist er Leiter des IRCAM (Institut de recherche et de coordination acoustique-musique) in Paris, seit 1976 ebenfalls Lehrer am Collège de France. Der Einfluß Messiaens ist zunächst auf Boulez’ Schaffen spürbar, worauf sich B. später verstärkt seriellen und punktuellen Kompositionen verschreibt. Karlheinz
Stockhausen (*1928) Auch der im deutschen Mödrath geborene S. ist zunächst Schüler von u.a. Messiaen, bevor er 1953 Mitarbeiter des Studios für elektronische Musik beim WDR in Köln wird (ab 1963 wird er dessen Leiter). Ebenso leitet er zwischen 1963-68 die eigens gegründeten Kölner Kurse für Neue Musik. 1971 wird er Professor für Komposition an Musikhochschule Köln. In
seinen Kompositionen ist S. stets um Realisierung innovativer Ideen bemüht,
mit denen er die Entwicklung der Neuen Musik entscheidend vorantreibt.
Serielle und elektronische Kompositionen gehören zu seinem höchst
umfangreichen Schaffen, so etwa Zyklus für einen Schlagzeuger
(1959), Telemusik (1966), Herbstmusik für 4 Spieler (1974)
und nicht zuletzt das Helikopter-Streichquartett (1992/93). Elektronische Musik Die bereits unter dem Kapitel „Serieller Musik“ beschriebenen Probleme bei der Realisierung der erarbeiteten neuartigen Kompositionstechniken führt zu einem verstärkten Einbezug elektronischer und damit ungleich „exakterer“ Klangerzeuger. Die elektronische Musik entsteht ebenfalls etwa um 1950, wobei zunächst ausschließlich elektronisch erstellte Klänge eine zentrale Rolle spielen. Später finden auch Geräusche aller Art hinzu, welche insbesondere eine elektronische Verarbeitung erfahren. E. M. darf nicht verwechselt werden mit jeglichem traditionellem Spielen eines elektronischen Musikinstruments; so fallen etwa weder Klänge elektrischer Pianos, Gitarren oder Orgeln unter die Rubrik Elektronischer Musik. Als bekannte Vertreter der E.M gelten Karlheinz Stockhausen (s.o.) oder auch folgender Komponist: Ernst
Krenek (1900-1991) In Wien geboren, ist K. zunächst Schüler von Schreker in Berlin und Wien und arbeitet im folgenden am Staatstheater Kassel, bevor er 1938 in die USA geht. Hier stirbt er 1991. Sein höchst vielfältiges Schaffen schließt die Richtungen des Expressionismus, des Jazz, der Zwölftontechnik der Spätromantik, der Seriellen und nicht zuletzt der Elektronischen Musik mit ein. Zu seinen Werken im Bereich Elektronischer Musik gehören Übungen der späten Stunde (1967) oder auch Orga-Nastro (1971). Minimal Music Ein der Kunstwelt entnommener und auf die Musik übertragener Begriff (Minimal Art – Minimal Music), der Anfang/Mitte der 60er Jahre die Reduzierung musikalischen Materials auf einfache melodische oder rhythmische Grundmuster beschreibt, die zumeist nur mit geringsten Variationen (Phasenverschiebungen etc.) wiederholt werden. Als die vier Hauptvertreter der sogenannten Minimal Music gelten La Monte Young (*1935), Terry Riley (*1935), Steve Reich (*1936) und Philip Glass (*1937). |
|