Epochen-Übersicht

 
 

 
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Claudio Monteverdi (ca.1567-1643) 

... stammt aus Cremona und lebt ab ca. 1590 in Mantua, wo er als Bratschist und Sänger wirkt. 1601 wird er Kapellmeister der Gonzagas, 1613 führt er selbiges Amt in San Marco (Venedig) aus, wo er 1643 stirbt. Bis zu seinem Tod gilt er als größter und einflussreichster Musiker der Welt (!), der sich neben kirchlicher Musik auch weltlichen Werken verschreibt. Ein Großteil seines Oeuvres jedoch ist nicht überliefert.  

Wie bereits beschrieben, gilt Monteverdi als herausragende Figur im Übergang der Epochen Renaissance-Barock. Mit der Komposition seiner fünfstimmigen Madrigale (insgesamt 8 Bücher) fügt er der prima pratica (beziehend auf den alten Palestrinastil), die zunächst auch als seine musikalische Grundlage gilt (z. B. Sacrae canticulae 1682), die seconda pratica hinzu, wobei es sich um den konzertierenden Stil einer oder mehrerer Stimmen mit basso continuo handelt. Hierdurch wird eine verstärkte Betonung des Textes möglich, welcher, die Harmonie dominierend,  Gefühlsausdruck und die Entstehung der Tonmalerei einleitet, in der durch musikalische Ausdrucksmittel wie etwa tremolo oder auch pizzicato reale Situationen wie beispielsweise Aufregung oder Kampf dargestellt werden können.

 Sein Opernschaffen, zu welchem etwa L’Orfeo (1607), Il ritorno d’Ulisse (1641) oder auch L’incoronazione di Poppea (1642) gehören,  weist eine Dramatisierung der musikalischen Struktur auf, in der die Ausprägung der in den Madrigalen verwandten Stilmittel zum Ausdruck kommt.

Heinrich Schütz (1585-1672)

Der in Thüringen geborene Komponist genießt nach abgeschlossenem Jurastudium eine Komponisten- und Organistenausbildung, bevor er 1617 Hofkapellmeister in Dresden wird. Auf einer Reise nach Venedig studiert er die Musik Monteverdis, welche sein weiteres Schaffen stark beeinflusst. Nach Aufenthalten in kleineren mitteldeutschen Städten wird er Kapellmeister am Königshof von Kopenhagen, bevor er 1672 in Dresden stirbt.

 Schütz übernimmt die italienische Tradition Monteverdis teilweise ins Deutsche und verbindet diese mit dem alten Kontrapunktstil. Übersetzte Bibeltexte bilden zumeist die Textgrundlage seines deutlich religiös geprägten Schaffens, welches sich durch eine sprechende Melodik auszeichnet, untermalt mit der barocktypischen rhetorischen Figurenlehre.

Zu seinen wichtigsten Werken gehören  zahlreiche Psalmen Davids (zum größten Teil mehrchörige Stücke), Madrigale, die Symphoniae sacrae I-III ,und nicht zuletzt die Geistliche Chormusik von 1648.

Jean-Baptiste Lully (1632-1687)

Französischer Komponist italienischen Ursprungs, der ab 1646 in Paris lebt. Hier wirkt er am Hofe Ludwigs des XIV. als Musiker, Balletttänzer und Komponist, bevor er 1661 Oberintendant königlicher Kammermusik wird. Er gilt als Urheber der französischen Oper; ferner wird er im folgenden als Vertreter des französischen Nationalstils. Er komponiert zahlreiche Orchestersuiten, Ballette, Opern und Orchestersuiten. 

Alessandro Scarlatti (1660-1725)

In Neapel geboren, geht Scarlatti 1672 nach Rom, um hier im Alter von 19 Jahren seine erste Oper zu schreiben. Kurz darauf wird er Kapellmeister der Königin Christine von Schweden. Später wird er u.a. auch 1. Hofkapellmeister in Neapel; im folgenden wechselt er seinen Wohnsitz häufig zwischen Rom und Neapel. Scarlatti dominiert in dieser Zeit die italienische Musik des Hochbarock, bevor er 1725 schließlich in Rom stirbt. Er gilt als erster Hauptvertreter der neapolitanischen Schule (Komponistengruppe, die zwischen 1650 und 1750 von Neapel aus insbesondere verschiedene Operntypen repräsentiert; so zunächst die Opéra seria, später auch die Opéra buffa). Zu seinem Oeuvre gehören neben 800 Solokantaten auch Orchester- und Kammermusik, Messen, Motetten, Psalmen, Oratorien, Orgel- und Cembalostücke.

Antonio Vivaldi (1678-1741)

Der Violinist und Komponist wird in Venedig geboren, wo er auch 1703 zum Priester geweiht wird. Er wirkt maßgeblich an der Entwicklung des Solokonzertes als Gattung mit. Sein umfassendes Oeuvre setzt sich aus insgesamt über 750 Werken zusammen, darunter 46 Opern, 81 Konzerte, 23 Kammerkonzerte, zahlreichen Sinfonien, 93 Sonaten und Trios sowie drei Oratorien. 

Georg Friedrich Händel (1685-1759)

Geboren in Halle (Saale), erhält H. hier alsbald eine Stelle als Organist, bevor er Geiger am Opernhaus in Hamburg wird. Auf seinen Reisen nach Italien lernt er u.a. Scarlatti und Corelli kennen, lässt sich jedoch darauf in London nieder, wo er Verpflichtungen am Königshaus nachkommt, für die er eine jährliche Pension erhält. 1719 wird H. Gründer eines königlichen Opernhaus und überzeugt durch die Komposition von  14 italienischen Opern, die jedoch in England weniger Begeisterung finden (ganz im Gegensatz zum Kontinent), da hier die Beggar’s Opera  im Mittelpunkt steht, die ihrem italienischem Pendant in bewusst spöttisch- parodierender Art und Weise entgegensteht. Infolge finanzieller Not wird Händels Openunternehmen aufgelöst. Darauf widmet sich Händel verstärkter Kompositionstätigkeit und Konzerten, in welchen er insbesondere durch improvisatorische Einlagen zu brillieren versteht. Sein persönlicher Stil kann als eine Mischung deutscher Organistentradition und der wichtigsten Nationalstile verstanden werden. Zu seinen Werken gehören Concerti und concerti grossi, Trio- und Solosonaten, Klaviersuiten, Oratorien, Vokalwerke und Opern.

Henry Purcell (1659-1695)

Der vermutlich in London geborene Purcell wird  nach seiner Tätigkeit als Organist an der Westminster Abbey im Jahre 1677 Hofkomponist und königlicher Instrumentenverwalter. Sein Oeuvre zeichnet sich durch eine eigentümliche Harmonik und perfektionierte kontrapunktische Arbeit aus. Er vermischt die traditionelle englische Mehrstimmigkeit mit italienischen Einflüssen. Neben Kantaten, Oden, Schauspielstücken, Liedern, sog. Catches, Anthems, Kammermusik und Klavierwerken komponiert P. auch zahlreiche Welcome songs.

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Der in Eisenach als jüngstes von acht Kindern geborene Johann Sebastian Bach entstammt einer Familie, deren Stammbaum fast ausnahmslos Musikerpersönlichkeiten angehören.

 Vater ist Johann Ambrosius Bach, Leiter der Eisenacher Stadtmusik; ein Amt, welches dessen Vater und Großvater ebenfalls innehatten. Im Alter von neun Jahren wird Bach bereits Vollwaise, worauf er zu seinem älteren Bruder Johann Christoph nach Ohrdruf zieht, wo wichtige ausbildungsspezifische Grundsteine seiner Karriere gelegt werden  -  hier besucht er die  Lateinschule und genießt Unterrichtsstunden seines Bruders. Vermutlich ist hier sogar bereits hier seine erste Kompositionstätigkeit anzusetzen. Als wichtigste Stationen seines Lebens gelten:
Arnstadt / Mühlhausen:
Ab 1703 wirkt Bach als Organist in Arnstadt, selbe Tätigkeit führt er ab 1707 in Mühlhausen aus. Dieser Zeit entstammen die meisten Orgelwerke seines Schaffens.
Weimar:
Bachs berufliche Tätigkeit bleibt zunächst auf die des Organisten und Kammermusikers am Hof der Herzöge Wilhelm Ernst und Ernst-August von Sachsen-Weimar beschränkt, bevor  er 1717  als Kapellmeister am Hof des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen wirkt – hier wendet  er sich zumeist weltlicher Musik zu.
Leipzig:
Als Hauptverantwortlicher für weltliche und kirchliche Musikpflege wirkt Bach ab 1723 als Thomaskantor und „Director musices“. Hier kann sich Bach die Reputation eines angesehen Orgelvirtuosen und – Gutachters, Lehrer und Komponisten erarbeiten. Er gerät des öfteren in Streit mit den ansässigen „aufgeklärten“ Behörden, die sich der Pflege der Kirchenmusik mehr und mehr entsagen. Bach, der Kirchenmusik stets in besonderem Maße verpflichtet, zieht sich infolgedessen verstärkt aus dem öffentlichen Leben zurück. 1750 stirbt er schließlich in Leipzig. 

Bachs Oeuvre ist in allen Lebensabschnitten stets von seinem jeweiligen Berufsfeld geprägt.  Sein umfangreiches Schaffen umfasst hauptsächlich Choräle, Orgelwerke, Kantaten, dreistimmige Sinfonien, Passionen, Oratorien und Konzerte.

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