Epochen-Übersicht

 
 

 
  Einleitung / Menschenbild
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  Die wichtigsten neuen
    Gattungen und Entwicklungen
  Einflussreiche Komponisten
  Rückblick / Ausblick
 

Madrigal

Das bereits unter ‚Renaissance’ erwähnte strophische Madrigal entwickelt im 17. Jahrhundert eine verstärkte Ausprägung von Affekt, Virtuosität, Imitation und Verwendung von Chromatik. Im folgenden gilt das M. überdies als wichtigste Textform der durchkomponierten Arie und Oper (s.u.). 

Oper

Die Barockzeit offenbart das erste Auftreten der Oper, unter welcher ein mehraktiges musikalisches Drama zu verstehen ist, bei der neben dem Wirken der Darsteller insbesondere der Musik (vokal und instrumental) als Übermittlerfunktion von menschlichen Gefühlen höchste Wichtigkeit zukommt. Als Textgrundlage wird das Libretto (Textbuch) verwandt, welches weniger besonderen literarischen Ansprüchen gerecht zu werden hat, sondern vielmehr dem Komponisten weitgehende Freiheit in der Gestaltung seines Werkes ermöglichen soll. Im Zeitalter des Barock gilt Italien mit den Zentren Venedig, Rom und Neapel als unangefochtene Hochburg der Oper. Als wichtigste neue Operntypen gelten die Opera seria, Opera-ballett, Opera buffa, Pastorale, die Tragedie lyrique und die Ballad opera, die spezifische Eigenheiten – so zum Beispiel hinsichtlich des Librettos - aufweisen.

Oratorium

Das im 17. Jahrhundert in Italien entstandene Oratorium gilt als die nichszenische Vertonung eines auf mehrere Sänger verteilten in der Mehrzahl geistlichen Textes, der außerhalb von Kirchen aufgeführt wird.  Bezeichnend ist die Übernahme der Monodie aus der Kantate (s.u.), dem Madrigal und der Oper. Hierdurch sollen gezielt Wirkungen auf die Zuhörer erreicht werden. Als Rezitative kommen zumeist Bibeltexte des Alten Testamentes in Frage,  wobei der Verständlichkeit des Wortes ein besonderes Interesse zukommt. Als Handlungsträger gilt der Erzähler. Während zunächst Italien das Zentrum des barocken Oratoriums ist, geht das wichtigste Schaffen ab1732 von London aus, genauer seit Esther (G. F. Händel 1732, in engl.).

Kantate

Generalbaßbegleitete  Komposition für Gesang (zunächst nur Sologesang, später auch im Rahmen von Chorsätzen) mit Instrumentalbegleitung; entstanden ca. 1600 in Italien, weist sie zumeist dramatische Texte auf, die in mehreren Sätzen Bedeutung finden können: Rezitative, Arien, Instrumentalritornelle, Chöre. Löst allmählich das geistliche Konzert und die Motette ab und wird somit zum wichtigsten „Repräsentanten“ evangelischer Kirchenmusik.

Arie

Ursprünglich (16. bis Mitte des 17. Jh.) instrumental begleiteter Sologesang in Form  eines Strophenliedes; im folgenden allmähliche Abtrennung von der Liedform. Ab 1700 tritt die sogenannte Da-capo-Arie in dreiteiliger Refrainform in Erscheinung, die über lange Zeit die europäische Oper beherrscht.  

Konzert

Als Konzert kann das gegensätzliche Wirken von Klanggruppen bezeichnet werden, so  zum Beispiel Gesang –  Instrumente oder auch Chor – Chor. Auch das solistische   Musizieren über einem Generalbaß kann als Konzert (ital. concerto) bezeichnet werden. Das   Ende   des   17.   Jahrhunderts   bringt   mit   dem    Entstehen    von   Solokonzert (Soloinstrument und Orchester)  beziehungsweise Concerto  Grosso (eine solistisch besetzte Streichergruppe sitzt einer chorisch besetzten gegenüber) neue Unterformen des Konzertes hervor.

Orchestersuite / Variationensuite

Hauptsächlich finden Ballett und Oper in der O. Behandlung. Als wichtigste Vertreter  gelten Purcell, Allegri, Lully und auch Jean-Philippe Rameau (1683-1764). Hierbei handelt es sich um eine lose Reihung  von Einzeltänzen, deren Verbindung oft nur in der gleichen Tonart beziehungsweise einer motivischen Ähnlichkeit besteht. Die Variationensuite unterscheidet sich von der O. in der thematischen Verknüpfung.  Hauptvertreter der V. stammen aus dem deutschen Raum, darunter J. H. Schein.  

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