Während man hierzulande mit Lunch-Konzerten oder “Casual Concerts” versucht, neue Publikumsschichten zu erschließen, ist man in den USA mal wieder einen Schritt weiter:
Mit einem “Tweet-Cert” wollte das Pacific Symphony Orchestra kürzlich die “Digital Natives” für klassische Musik begeistern und forderte ausdrücklich dazu auf, die Handys einzuschalten und während des Konzerts zu twittern. Das sollte bei einem Open-Air-Konzert ja auch nicht verboten sein. Ob dies aber eine Steigerung des Musikgenusses bedeutet oder eher vom Wesentlichen ablenkt, mag jeder für sich entscheiden. Die Reaktionen bei Twitter sind eher durchwachsen.
Aktives Musizieren hingegen erfordert die neue iPhone App “Bravo Gustavo” vom LA Philharmonic, die einen in die Rolle des Dirigenten schlüpfen lässt. Mehr als bloße Spielerei? Wir freuen uns auf eure Erfahrungsberichte!
Gute Jugend- und Educationarbeit gehört heute zum Selbstverständnis nahezu jeder Kultureinrichtung. Die Bedeutung des Imagefaktors zeigt sich sehr deutlich bei den Education-Projekten der Berliner Philharmoniker, die mit Unterstützung der Deutschen Bank diesen Bereich so professionell betreiben (und vermarkten) wie keine zweite Institution.
Doch Jugendarbeit kann für ein Unternehmen auch einen ganz praktischen Nutzen haben: so organisieren z.B. die “Schülermanager” des Bonner Beethovenfests eigenständig ein Konzert mit Goran Bregocic und seinem “Wedding and Funeral Orchestra” – Vermarktung inklusive. Ganz nebenbei baut das Schülerteam entsprechende Kanäle bei Facebook, YouTube und Twitter auf. Gebloggt wird mit Posterous – professionelles Social Marketing eben.
Angesichts der immer schneller wachsenden Anzahl neuer Technologien, Tools und Netzwerken kann ein alteingesessenes Team enorm von jugendlichem Input profitieren. Schließlich geht es ja um das, was alle “erreichen” wollen: das Publikum von morgen!
Die aktuelle Blogparade der Duisburger Philharmoniker ist leider etwas ins Sommerloch gefallen (auch bei uns), trotzdem gibt es einige interessante Beiträge, auf die wir an dieser Stelle gerne verweisen möchten. Auch im Vioworld-Blog geht es immer wieder um neue Konzertformen, z.B. die “Digital Concert Hall”.
Vor Jahren stellte ein Berliner Opernhaus seine Education-Projekte unter das Motto “Classic is cool”. Ein Journalist kommentierte das folgendermaßen: Klassik ist total uncool und das ist auch gut so!