Ein bisschen irreführend ist die Bezeichnung schon. Das Publikum des internationalen Jugendorchester-Festivals ist nicht etwa aufgerufen, selber zu musizieren, sondern jungen Musikern mit einer Spende die Teilnahme im “Publikumsorchester Südosteuropa” zu ermöglichen.
Diese sollen sowohl aus Deutschland, als auch den Ländern des ehemaligen Jugoslawien kommen und im Rahmen des diesjährigen Festivals konzertieren. Dass diese Initiative auch dazu dient, fehlende Fördergelder zu kompensieren, ist offensichtlich, schmälert aber nicht die kulturelle Bedeutung eines solchen Orchesters.
So kann man helfen:
für 30 € schon kriegen z.B. die Streicher einen Satz Noten
für 50 € z.B. bekommt ein junger Trompeter ein Bett für die Nacht
für 100 € trommeln die Schlägel einer Serbin auf die Pauke statt ins Leere
für 250 € reist eine junge Geigerin aus Slowenien an
…selbst 5 € ermöglichen schon ein Notenblatt.
Wir hatten ja bereits in einem früheren Beitrag auf die Spendenkampagne “2000 mal 30″ hingewiesen. Das Young Euro Classic 2010 scheint nun finanziell gesichert, aber auf Dauer werden sich Land oder Bund wieder engagieren müssen, wenn das einzigartige interkulturelle Projekt überleben soll.
Unser Vorschlag: eine Angliederung an das Haus der Kulturen der Welt, dessen eher sperrige Programmatik dadurch eine enorme Aufwetung erfahren würde. Und einer der schönsten Berliner Konzertsäle würde endlich wieder häufiger bespielt werden!

