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Künstlerberufe (2): Drei Fragen zum Studium Musikproduktion

02. Oktober 2012 von Hagen Kohn · Keine Kommentare · Beruf und Weiterbildung

Bianca Vongehr studiert im 6. Semester Musikproduktion an der Hochschule der Populären Künste in Berlin und ist 22 Jahre alt.

Was unterscheidet das Berufsbild Musikproduzent von dem des Tontechnikers? In welchem Verhältnis stehen bei Ihnen technische und künstlerische Ausbildung? 

In meinen Augen unterscheiden sich diese beiden Berufsbilder in dieser Zeit nicht mehr wesentlich voneinander. In vielen Studios arbeiten Leute die beide Tätigkeitsfelder sehr gut erfüllen können und müssen. Die meisten jungen Musiker recorden und produzieren ihre Musik zu Hause am Rechner oder im Proberaum, so dass es mittlerweile normal ist und auch stellenweise erwartet wird, dass eine Person die verschiedenen notwendigen Fähigkeiten zur Produktion von Musik in sich vereinen kann. Das Verhältnis und die Lehre von technischen und künstlerischen Kenntnissen in meinem Studium ist sehr ausgewogen. Man kann sich weder dem einen noch dem anderen entziehen weswegen es meiner Meinung nach wichtig ist für beide Aspekte Interesse aufzubringen. Natürlich kann man sich innerhalb des Berufsbildes spezialisieren und sein Steckenpferd setzten. Ich und viele Kommilitonen verfolgen schon von Beginn des Studiums eigene Ziele – was wichtig ist, um sich im späteren Berufsleben abheben und durchsetzten zu können.

Spezialisiert man sich während des Studium auf bestimmte Genres (Pop, Musical, Klassik,…)

Das ist schwer zu sagen. Die meisten sind Spezialisiert, ich zum Beispiel schreibe deutsche Popmusik, was aber nicht heißt dass man seine Ohren vor anderen Genres verschließt. Es gibt immer Genres von denen man in einem bestimmten Bereich mehr lernen kann als von anderen. Und da wir viel lernen, werden wir automatisch mit allen Genres vertraut gemacht. Ich habe das immer als eine Art horizontale Erweiterung gesehen. Ich kam ganz klar aus der Pop-Richtung, habe aber während des Studiums viele andere interessante Musikrichtungen kennen und lieben gelernt. Ich denke am Ende ist es wichtig, dass man kein Genre abwertet und objektiv bzw. frei von persönlichen Geschmäckern über Klang und Produktion urteilen kann.

Welches sind mögliche Betätigunsfelder im Berufsleben? Wie schätzen Sie die Berufschancen ein?

Es gibt so viele Möglichkeiten der Betätigungsfelder wie es Studenten an der hdpk gibt. Jeder Student ist anders und bildet seine Kompetenzen und Fähigkeiten anders aus. Durch die Kombination aller Spezialgebiete die man während des Studiums erkannt und erkundet hat, kann als Berufsbild sowohl ein singender Engineer als auch ein Berufsmusiker oder Filmmusikkomponist herauskommen. Wichtig ist, dass jeder einzelne seinen Platz in der Branche findet und in der Lage ist, eigene Ideen zu verwirklichen. Zwei Kommilitonen haben bereits im 4. Semester ein Unternehmen namens SYNDRONE gegründet, über das Sie verschiedene Dienstleistungen anbieten. Andere bauen sich eigene Studios, lernen nach der Uni in bereits bestehenden Studios weiter, dort hat man evtl. die Chance, übernommen zu werden. Andere sind Songwriter oder einfach nur Rampensau. Ich schätze die Berufschancen somit für gute Leute gut ein – aber so ist es doch in allen Branchen.

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