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Neuerscheinung: Mit Myrten und Rosen

14. September 2012 von Hagen Kohn · Keine Kommentare · Fundgrube

Mit nur zwanzig Jahren wurde Isang Enders Erster Solocellist bei der Staatskapelle Dresden. Nach einigen Jahren lehrreicher Orchestererfahrung spürte der junge Cellist jedoch, dass er den Posten ruhen lassen muss, um sich für seine weitere Entwicklung frei zu machen. Seine vorliegende Debüt-CD ist eine der ersten Früchte dieser Selbstbesinnung.

Herr Enders, bereits mit 20 wurden Sie erster Solocellist bei der Staatskapelle Dresden, heute erscheint Ihre Debüt CD. Welche musikalische Entwicklung liegt hinter ihnen?
Ganz sicher war ich viel zu jung, als ich vor Jahren nach Dresden kam. Aber mein Lehrer Lynn Harrell begeisterte mich für die Arbeit mit Oper und Symphonik, um dadurch zu einem besseren Musiker zu werden. Ich begann die Zeit in der Staatskapelle als Teil meiner Ausbildung und habe es lieben gelernt. Und vor allem wurde mir gelehrt! Trotzdem gab es auch immer wieder Zweifel, da der musikalische “Verschleiß” auch zermürbend sein kann und es mir einfach sehr schwer fällt mich nach einer missglückten Vorstellung, die in einem Repertoirebetrieb durchaus häufiger vorkommen kann, genügsam zu zeigen.
Zu Beginn war ich sehr stark gefordert. Vor allem mein Charakter. Persönliche Niederlagen erlebt jeder, aber in diesem Umfeld hatte ich das Glück auf ein breites Verständnis zu stoßen. Dafür bin ich sehr dankbar.
Dennoch befinde ich mich seit März in einem Sabbatical, das vielleicht verfrüht wirkt, aber unheimlich nötig war. Mir macht es Spaß zu musizieren, auf viele Arten, ob groß oder klein besetzt. Jetzt möchte ich sehen, wie ich mich mit dem Erlernten positionieren kann und wieviele Potentiale mir noch für die Zukunft bleiben. Musikalisch kann ich neben meinen Professoren Michael Sanderling, Gustav Rivinius, Lynn Harrell oder Truls Mørk, die mich sehr unterstützt haben, auch jeden Kollegen, Solisten und Dirigenten meine Lehrer nennen. Das Album “Mit Myrten und Rosen” wäre ohne Dresden so nicht entstanden. Weder konzeptionell, noch klanglich. Überhaupt ist Klang eine Vokabel, die in unserer Ausbildung kaum gebraucht wird. Wir sprechen von Akustiken in Sälen, Instrumenten oder Saiten, aber selten von Klangcharakter, Klangproduktion oder gar “eigenem” Klang. Gerade in der Arbeit für diese CD war die Arbeit am Klang existentiell. Ich habe mit unserem Tonmeister Bernhard Güttler allein drei Tage nur an der Farbe und Raumgestaltung gearbeitet. Es sollte ein Salon entstehen mit Holz an Wänden und Boden, eine steinerne Decke und gepolsterte Möbel für 200 Zuhörer. Intim und direkt, dabei diffus und nicht bedrängend laut. Diese Entwicklung hat fast 1 Jahr gedauert…diese Ungenügsamkeit wollte ich mir nicht nehmen lassen.

Sie haben mit mit dieser CD alle Cello-Werke von Robert Schumann und dem koreanischen Komponisten Isang Yun eingespielt. Wieso passt das so gut zusammen?
Verbindend wirkt für diese beiden Komponisten der Anspruch ans Gesangliche. In Schumanns Kompositionssprache ist der singende Gestus allgegenwärtig. Isang Yuns “Nore” bedeutet übersetzt sogar Gesang. Andante Cantabile und das Lied “Mit Myrten und Rosen”. Die Kombination der beiden Epochen und Stile soll keinen Kontrast schaffen, sondern Brücken bauen. Sie sind sich viel verwandter als der erste Blick es vermuten lässt, aber beim Hören kann man sich dem hoffentlich nicht mehr entziehen.

Sie heißen ebenfalls Isang. Ein Zufall?
Natürlich kein Zufall! Meine Mutter kam als Kompositionsstudentin aus Korea nach Frankfurt, wo sich dann auch meine Eltern kennenlernten. Ich bin ihr erstes Kind und die Kenntnis meines Vaters von koreanischen Namen war damals, sagen wir mal, begrenzt… Doch es ist ein guter Name. Einerseits kann ich mich gerne seinem Andenken verpflichten, andererseits kann der Name 이상 in chinesischer Übersetzung mit dem englischen Wort “idea” zu verglichen werden. Das passt doch gut!

Das Album ist ab sofort als CD oder MP3 erhältlich, z.B. ->hier

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