Sommerzeit ist Festivalzeit. Während alle Welt gespannt nach Salzburg und Bayreuth blickt, möchten wir an dieser Stelle an das kleinste Festival des Landes erinnern. Einem kurzen Kuraufenthalt Gioachino Rossinis ist es zu verdanken, dass der kleine Schwarzwald-Ort Bad Wildbad zum Mekka der deutschen Rossini-Fans wurde. Sogar das ZDF heute-Journal widmete dem Festival kürzlich einen Beitrag.
Auch wir waren neugierig und sprachen mit dem Intendanten Jochen Schönleber.
Ein kleiner Ort im Schwarzwald als Wallfahrtsstätte der deutschen Rossini-Fans. Wie kommt es dazu?
Hier im Ort gab es ein verfallenes, aber wunderhübsches Kurtheater aus dem 19. Jahrhundert. Um den “kulturellen Bedarf” in einem ganz anders strukturierten Kurort nachzuweisen und die Wiederherstellung zu forcieren, hat man sich des Kurgasts Gioachino Rossini entsonnen. Das war keine dumme Wahl, denn Rossini hat nach dem Kuraufenthalt noch auf deutschem Papier seine berühmten Alterskompositionen begonnen, nach fast 20 Jahren Schweigen.
Sie leiten ein Festival der Superlative: gemessen am Budget ist es das kleinste im Lande, die Resonanz – auch in den Medien – ist denkbar groß. Wie gelingt Ihnen dieses Kunststück?
Das ist natürlich das Problem in einer kleinen Gemeinde, die ein großes Opernfestival eigentlich nicht stemmen kann. Wir arbeiten außerordentlich effektiv, mit einem winzigen Team und unter Ausnutzung aller Lücken, aber zugegeben: seit der Finanzkrise und dem dadurch bedingten Ausscheiden unserer englischen Förderer ist es sehr, sehr schwierig.
Welches ist das diesjährige Highlight?
Ah! Welch eine Frage. Natürlich alles! Aber gestern habe ich die erste Probe des STABAT MATER in der wunderschönen Urfassung gehört. Unglaublich tolle Musik, phantastische Solisten. Das wird eine bemerkenswerte Erstaufführung.

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