Anlässlich des Konzerts des Orchester Südosteuropa – gegründet vor drei Jahren im Rahmen des Young.Euro.Classic Festivals – sprachen wir mit Project Managerin Mona Hornung.
Young Euro Classic hat beispielhaft gezeigt, wie man auch ohne staatliche Subventionen ein internationales Festival gründen und zum Erfolg führen kann. Dennoch gab es in den letzten Jahren immer wieder Engpässe. Wie sieht die aktuelle Finanzierungssituation aus?
Young Euro Classic hat das Glück, seit Beginn des Festivals starke und engagierte Partner aus der Wirtschaft an seiner Seite zu haben. Von zunehmender Bedeutung für das Festival ist allerdings vor allem das bürgerschaftliche Engagement. Viele Fans und Freunde spenden jedes Jahr für das Festival. In diesem Jahr haben wir unser Publikum aufgerufen, für das Young Euro Classic Orchester Türkei-Deutschland zu spenden – ein Projekt, das uns ganz besonders am Herzen liegt. Denn das Orchester wird nicht nur junge türkische und deutsche Musiker vereinen, sondern auch Musiker mit türkischem Migrationshintergrund. Dem Publikum gefällt diese Idee: junge türkische Musiker, junge deutsche Musiker und junge Musiker mit Migrationshintergrund kommen zusammen, verbringen Zeit miteinander, proben gemeinsam, und geben schließlich ein Konzert bei Young Euro Classic. An Spenden sind zum jetzigen Zeitpunkt bereits rund 27.000 Euro für die Realisierung dieses Projektes zusammen gekommen. Wir nähern uns also der Hälfte, denn mit ca. 65.000 Euro wäre solch ein Projekt finanziert. Und, dass solch ein Anstoß es ganz besonders wert ist, zeigt auch das Young Euro Classic Orchester Südosteuropa – das noch im letzten Jahr zum großen Teil von unserem Publikum überhaupt erst möglich gemacht wurde. Und in diesem Jahr mit einem Partner an der Seite erneut realisiert werden kann – bereits im dritten Jahr.
Länderschwerpunkt ist also in diesem Jahr die Türkei. Was habt ihr euch alles vorgenommen?
Ein Schwerpunkt wird in diesem Jahr auf dem türkisch-deutschen Orchester liegen, aber es gibt noch mehr Spannendes zu entdecken. So werden u.a. zum ersten Mal junge Musiker aus Georgien, Deutschland, Armenien und Aserbaidschan zusammenfinden. Unter dem Konzerttitel „Uns allen leuchten dieselben Sterne – Experiment Südkaukasus“ werden Sie an einem Tag bei Young Euro Classic insgesamt zwei Konzerte geben. Auch hier geht es uns darum zu sehen, was sich beim gemeinsamen Musizieren vielleicht als Verbindendes zeigt – denn die gemeinsame Gegenwart im Südkaukasus ist von Spannungen geprägt. Freuen können sich auch die Klavierfans – im letzten Jahr kamen zu dem Young Euro Classic Klavierfestival, dem ein Sonntag im August gehört immerhin 3.500 Zuhörer. Denn auch in diesem Jahr widmet Young Euro Classic einen Tag komplett dem Klavier. Und – das sei auch schon verraten – erstmals gelingt es Young Euro Classic in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf Süd- und Mittelamerika zu legen. Neben dem Youth Orchestra of the Americas wird ein Orchester aus Brasilien und ein Orchester aus Kolumbien zu Gast sein.Und natürlich ist es auch bei diesen Orchestern ein großes Thema: gesellschaftlicher Aufstieg durch Musik. Denn die jungen Musiker kommen aus allen Schichten gemeinsam zu einem Orchester zusammen.
Welche Erfahrungen macht ihr mit dem Social Web, insbesondere Facebook? Habt ihr die nötigen Ressourcen – sprich Mitarbeiter – , um eine aktive Vernetzung in diesem Bereich zu betreiben?
Tatsächlich sind die Musiker dabei recht eigenständig. Da die meisten von Young Euro Classic mit Begeisterung wieder nach Hause fahren, sind sie es auch, die sich in Gruppen über Facebook noch stärker „zusammenorganisieren“. Nachdem wir aber auch immer mal für Orchesterprojekte Musiker über Facebook suchen, nutzen wir das schon für Vernetzungen. Auch die Fotos des Festivals, die sich (meist ganz zuerst) auf Facebook finden, lassen die Musiker mit Kommentaren und Rückblicken aktiv werden. Noch ist es allerdings eher eine Plattform um besonders mit den Musikern aus aller Welt und jüngeren Gästen in Verbindung zu bleiben.


Keine Kommentare bis jetzt↓
Es gibt bis jetzt noch keine Kommentare. Sei der Erste, trau dich!