Dass Straßenmusiker einen harten Job haben, ist bekannt. Da mag es ein kleiner Trost sein, dass auch ein Star-Geiger seine liebe Mühe hat, das Laufpublikum für sich zu begeistern. Im folgenden Video sehen wir Joshua Bell, der an einem feuchten Januarmorgen in einer Washingtoner U-Bahn-Station seine Geige auspackte. Das Publikum hatte weder Aufmerksamkeit noch Geld für ihn übrig.
Brotlose Kunst
09. August 2010 von Hagen Kohn · 1 Kommentar · Kulturszene
Tags: Geige·Klassik·klassische Musik·Musik

Unglaublich. Da sieht man mal: Wenn es den Menschen vorgekaut wird und sie aus Funk und Fernsehen WISSEN, dass das ein toller Musiker ist – und wenn der Besuch eines “richtigen” Konzertes Eintritt kostet und in einem proper Konzertsaal stattfindet, DANN haben sie das Gefühl, wahre Kunst zu erleben und fühlen sich toll dabei – diese alleine, selbstständig zu erkennen, indem sie vielleicht einen Augenblick innehalten, um selbst zu denken und zu fühlen und nicht ferngesteuert durch die Welt zu hetzen, ist ihnen jedoch nicht vergönnt. Armselig – und ein Zeugnis unserer Zeit.