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Punkrock und die Music Nanny

11. Januar 2010 von Hagen Kohn · 3 Kommentare · Education

David Allen

David Allen

Das ist neu: ein Musiker macht Musiker für die Misere der Musikbranche verantwortlich! Dank Johnny Haeusler vom Spreeblick Blog bin ich auf einige erstaunliche Äußerungen von Post-Punk-Bassist und Producer Dave Allen gestoßen. Dieser legt in einem Vortrag zur SanFranMusicTech den Finger in die Wunde – vielleicht nicht ganz zu Unrecht. “Dear Musicians – please be brilliant or get out of the way”! Viele Musiker vertrauen immer noch auf die Music Nanny – also Plattenlabels oder Agenturen und machen sich wenig Gedanken über Möglichkeiten der Selbstvermarktung.

ABER:
Was mich als Gitarrist der kleinen aber feinen Band Lily Affairs interessieren würde, ist, wie einem das Internet denn nun zum Erfolg verhelfen kann? Wie genau? Ganz konkret! Am meisten scheinen von dieser Idee diejenigen überzeugt zu sein, die mit den traditionellen Musiklabels groß geworden sind und jetzt ihre Fans einfach ins Netz mitnehmen. Für die kleinen und mittleren Bands bleibt erstmal nur Live zu spielen und nebenher zu jobben. Oder möchte jemand eine Premiumversion unseres neuesten Demo-Tapes mit handsigniertem Cover kaufen? Oder für €100 einen persönlichen Song in Auftrag geben? Wahrscheinlich nicht…

Vielleicht ist Musik als Fulltime-Job einfach ein aussterbendes Modell?

Vor diesem Hintergrund möchte ich gerne unsere Blogparade “Net Powered Artists” in loser Form weiterführen. Schreibt einen Blogbeitrag oder kommentiert einfach an dieser Stelle und teilt uns eure Meinung mit. Ich fasse die Diskussion dann in einigen Wochen nochmal zusammen.

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3 Kommentare bis jetzt↓

  • Dorothea Martin

    Sehr interessanter Essay von Dave Allen. Zu deiner Frage “Vielleicht ist Musik als Fulltime-Job einfach ein aussterbendes Modell?” – wieviele Leute konnten den in den 80ern/90ern allein von ihrer Musik leben, ohne nebenher zu jobben? Selbst mit Plattenvertrag.
    Und ansonsten: bittet ihr denn eine Premiumversion des Tapes an? ;-) Ansonsten kann ich nur wieder, wie auch bei der Blogparade, mit Trent Reznor argumentieren:
    “Forget thinking you are going to make any real money from record sales. Make your record cheaply (but great) and GIVE IT AWAY. As an artist you want as many people as possible to hear your work. Word of mouth is the only true marketing that matters.” bzw.
    “If you don’t know anything about new media or how people communicate these days, none of this will work. The role of an independent musician these days requires a mastery of first hand use of these tools. If you don’t get it – find someone who does to do this for you. If you are waiting around for the phone to ring or that A & R guy to show up at your gig – good luck, you’re going to be waiting a while.” (Trent Reznor http://forum.nin.com/bb/read.php?30,767183)”

  • Hagen Kohn

    Zugegeben, auch früher konnten die wenigsten von Plattenverkäufen leben. Ich finde auch völlig richtig, was Trent Reznor sagt. Dann sollen aber auch bitteschön die selbsternannten Visionäre zugeben, dass eine wenig bis mittel-bekannte Band nur über Konzerte Geld verdienen kann. Freemium und sonstige Merchandising-Modelle klingen schön, taugen aber nur, wenn man schon einen Namen hat.

  • jana

    Zum Thema web 2.0 finde ich geht die Staatskapelle Berlin mit großen Schritten voran. Für die aktuelle Tournee wurde ein Tourblog angekündigt in dem die Musiker selbst bloggen…ich muß gestehen, ich war doch sehr skeptisch, ob dort überhaupt Texte und wenn ja interessante Inhalte publiziert werden. Aber wie ich finde ist es den Musikern der Kapelle gelunden sehr unterhaltsam zu schreiben und zusätzlich einen sehr sympathischen Eindruck zu hinterlassen. Es wäre doch eigentlich schön, wenn sich solch Projekte auch in der Hochkultur öfter verwirklichen ließen. Ich persönlich finde, das ist ein wirkliches Engagement auch das heimische Publikum an diesem Gastspiel teil haben zu lassen.

    Viele Grüße,
    Jana
    PS: Den Blog findet man unter http://staatskapelle.wordpress.com

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