VioWorld Blog

Beiträge zu Kultur, Jobs und Web 2.0

VioWorld Blog header image 2

Bayerischer Rundfunk launcht eigenes Label

21. September 2009 von Hagen Kohn · 2 Kommentare · Kultur im Netz

Unter dem Dach der Firma NAXOS, die den weltweiten Vertrieb übernimmt, hat der Bayerische Rundfunk kürzlich sein eigenes Plattenlabel gelauncht. Die ersten acht Tonträger sowie eine DVD sind bereits veröffentlicht.

brklassiikUnter dem Labelnamen “BR-KLASSIK” werden in Zukunft nicht nur die herausragenden Aufnahmen der drei Klangkörper des Bayerischen Rundfunks erscheinen. Außer den Produktionen mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Münchner Rundfunkorchester und dem Chor des Bayerischen Rundfunks werden bei BR-KLASSIK ARCHIVE Einspielungen aus der Historie des Senders wieder zugänglich gemacht. Hinzu kommt die Reihe BR-KLASSIK WISSEN, die mit Wort-/Musiksendungen einen erklärenden Zugang zu Schlüsselwerken der Klassischen Musik ermöglichen soll. Konzertmitschnitten von besonders spektakulären Orten trägt BR-KLASSIK durch eine Veröffentlichung als DVD Rechnung.

Alle Titel sind auch als Download bei den einschlägigen Musikportalen wie iTunes, Musicload oder classicsonline erhältlich. Anfang 2010 sollen weitere Produktionen erscheinen, geplant sind rund zehn Veröffentlichungen pro Jahr.

Leider ist aber das Geschäftsmodell das althergebrachte: Ein Album, ein Preis.
Wäre es nicht spannend, wenn man gegen eine Flatrate unbegrenzt in den Archiven der Rundfunkanstalten stöbern könnte? Das Zeit-Archiv macht es vor – gänzlich kostenlos.

Tags: ····

2 Kommentare bis jetzt↓

  • Sascha Freitag (NAXOS Deutschland GmbH))

    Eine Kritik an “althergebrachten Geschäftsmodell” kann ich natürlich nicht unkommentiert lassen. Der Bayerische Rundfunk macht alles richtig. Aufwendig werden Schellackplatten, Tonbänder, usw. zunächst restauriert und dann digitalisiert. Erst wenn die hohen Qualitätsansprüche erfüllt sind, werden sie veröffentlicht.
    Der Kunde kann dann wählen, ob er im Geschäft oder beim Online-Händler ein physisches Produkt (eine SACD/CD) kauft, es bei ein Downloadanbieter wie http://www.classicsonline.com herunterlädt oder über eine FLATERATE bei http://www.naxosmusiclibrary.com streamt.
    Sämtliche Produktionen des Bayerischen Rundfunks werden in dieser digitalen Bibliothek zugänglich gemacht und für gerade einmal 12,50 € im Monat hat der geneigte Klassik-Liebhaber Zugriff auf ca. 37.000 weitere Veröffentlichungen zahlreicher Label.

  • Hagen Kohn

    Da muss ich mich in der Tat eines Besseren belehren lassen. Die Naxos Musik Library kannte ich noch nicht, was aber vielleicht daran liegt, dass für die Verwerter immer noch das physische Produkt im Vordergrund steht (wogegen prinzipiell nichts spricht). Die Restaurierung und Veröffentlichung von Archivmaterial ist eine großartige Sache, dass man all dies nicht kostenlos anbieten kann ist auch klar. Ich würde mir trotzdem wünschen, mit dem Suchbegriff “BR KLASSIK” in einem hauseigenen Online Shop zu landen und nicht beim gleichnamigen Radiosender (ehemals “Bayern 4″).

    Mein ganz subjektiver Eindruck (Eindrücke sind ja meistens subjektiv :-) ) ist der, dass die Verwertungsindustrie nicht gerade eine Vorreiterrolle spielt, wenn es darum geht, neue Wege zu beschreiten und die Bedürfnisse der Online-Konsumenten zu analysieren. “Pirate Bay” ist nicht NUR aber AUCH ein hausgemachtes Problem der Plattenbranche (ich meine damit in erster Linie den Pop-Bereich), die es zu lange versäumt hat, überzeugende legale Modele anzubieten. 99 Cent pro Song inkl. Kopierschutz ist nicht wirklich sexy.

    Das ist zugegebener Maßen sehr pauschal gesprochen – die Kooperation Naxos/ BR KLASSIK geht da sicher in die richtige Richtung.

    Hier noch ein interessanter Vortrag zum Thema von Gerd Leonhard: http://www.youtube.com/watch?v=_YaVLNGLDhQ

    Hagen Kohn

Hinterlass einen Kommentar

Name

email

Homepage