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Blogparade: Net Powered Artists

20. Juli 2009 von Johannes Baumann · 11 Kommentare · Education

Es ist soweit, VioWorld startet unter dem Titel “Net Powered Artist – brotlose Kunst im Internet?” seine erste Blogparade, an der sich hoffentlich zahlreiche Blogger aus der Kulturszene (und darüber hinaus) beteiligen werden. Bis zum 20. September soll der Frage nachgegangen werden, wie Künstler (Musiker, Bildende Künstler, Autoren, etc…) das Internet für Ihre Präsentation und Vermarktung nutzen können. Im Raum steht die provokante Behauptung, dass Kunst im Netz zwar neue und spannende Erscheinungsformen – wie z.B. den Mashup – hervorbringt, aber letztenendes zur “Brotlosigkeit” verdammt ist. Heimliches Ziel dieser Blogparade ist es natürlich, diese These anhand aktueller Beispiele zu widerlegen.

Lassen wir zunächst den Medienexperten und Autor des Buches “Music 2.0″ Gerd Leonard zu Wort kommen:

Gerd Leonard – Net Powered Musicians – VUrbia.com…Life in the Entertainment Age! from JesseJaeo Tolbert on Vimeo.

Seiner Meinung nach besteht die Stärke des Internet vor allem im Generieren von Aufmerksamkeit, sprich Publikum, und erst im zweiten Schritt in der Monetarisierung. Die Möglichkeiten des Networking kennt jeder, sie heißen MySpace, Facebook, Twitter & Co. Aber welche konkreten Finanzierungs- und Vermarktungsmöglichkeiten gibt es für Musiker im Netz? Hier ein paar Beispiele:

Der Cellist Wolfram Huschke berichtet über seine Erfahrungen im Klassik-Bereich, das Social Web, insbesondere Facebook und Twitter für die Selbstvermarktung zu nutzen und kommt zu der eher nüchternen Erkenntnis, dass virtuelle Freunde noch lange keine potentiellen Käufer sind. Für die Bewerbung von Konzerten eignen sich diese Plattformen schon eher.

Interview with E-Cello Player Wolfram Huschke – Part 3/5: Online from Wolfgang Senges on Vimeo.

Blog und Twitter sind bei Klassik-Musikern leider noch nicht so recht angekommen, aber zumindest auf Facebook ist mittlerweile die gesamte junge Szene vertreten, z.B. Stargeiger Daniel Hope – um nur ein Beispiel zu nennen. Es gibt allerdings einige Institutionen wie die Kronberg-Academy oder die Duisburger Philharmoniker, die die gesamte Palette des Social Web vorbildhaft für sich zu nutzen wissen. Bitte mehr davon!

Im Pop und Rock-Bereich tut sich aber einiges mehr. Nicht nur sind zahlreiche Bands und Musiker im Twitter-Netzwerk aktiv, es gibt auch interessante Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten, die ohne Web 2.0 nicht denkbar wären. Zwei davon wollen wir hier kurz vorstellen:

Linda Thompson

Linda Thompson

Der Hector Fund bringt in den USA Musiker wie die Singer/Songwriterin Linda Thompson mit spendenwilligen Musikliebhabern zusammen, die aus einer Palette an verschiedenen Fördermöglichkeiten wählen können, um z.B. die Produktion eines Albums zu finanzieren. Das beginnt bei $10 für den einfachen Download (des noch zu produzierenden Albums) und reicht bis $50.000 für ein ganzes Paket an VIP-Angeboten inklusive eines persönlichen Songs der Künstlerin an den Spender. Die $100.000-Spende, um das Album zu verhindern, ist sicher nicht so ganz ernst gemeint. Der Erfolg dieses Konzeptes muss sich aber noch zeigen, momentan hat der Hector-Fund lediglich vier Künstler/Bands im Portfolio…

SellaBand-Künstlerin Lori Greco

SellaBand-Künstlerin Lori Greco

Weitaus größer ist das Portal SellaBand, das ebenfalls nach dem Prinzip der Vorfinanzierung funktioniert. In $10-Schritten kann man sich hier über Spenden der sogenannten “Believer” dem Traum von der eigenen Platte nähern. Voraussetzung ist natürlich eine gute Präsentation inklusive Hörbeispielen, die die Community überzeugt.

Die spannende Frage bleibt, in wieweit sich solche Konzepte auf andere künstlerischen Bereiche übertragen lassen. Fortsetzung folgt!

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