Heute abend gehts los, offizieller Beginn morgen: das Berliner Theatertreffen.
“Das Berliner Theatertreffen ist eine alljährliche Veranstaltung der Berliner Festspiele. Mit einer Einladung zum Theatertreffen werden bemerkenswerte Theaterinszenierungen einer Saison ausgezeichnet. Die Auswahl trifft eine einberufene Jury der Berliner Festspiele.” (Quelle)
Wer sich dieses Jahr über eingeladene Inszenierungen und das ganze Drumherum informieren möchte, kann einfach den Blog des Theatertreffens mitverfolgen. Damit ist neben dem Stückemarkt für Nachwuchsdramatiker und dem Internationalem Forum für Theatermacher auch eine Talentplattform für Kritiker online. Zusätzlich wird sogar getwittert, womit der Blick hinter die Kulissen dieses Jahr gewährleistet sein dürfte. Zu sehen sind folgende Inszenierungen:
Christoph Schlingensief (der hat seit November auch einen Blog hat, den sein Büro betreibt) wird mit “Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir” das Treffen eröffnen. Auf dem Blog des Treffens findet sich ein Vorabvideo … wie die von der Ruhrtriennale herverpflanzte Kirche aussieht, in der sein Fluxus-Oratorium spielt (und einen “Userguide” für die Inszenierung gibts inzwischen auch). Sonst oft für die Skandale zuständig, hat die Rolle dieses Jahr ein anderer Christoph inne bzw. seine Inszenierung – zumindest in den Augen der Welt. Christoph Marthalers Geburtstagsinszenierung für ein Hotel in der Schweiz (Sils-Maria), “Das Theater mit dem Waldhaus“, wurde nominiert und eingeladen – wird aber nicht gezeigt. Begründung der Jury:
“Nebenbei lehrt diese Aufführung, dass das Theater jeden Ort der Welt in eine Bühne zu verwandeln vermag – nur leider, und das bedauert die Jury sehr, lässt sich diese Bühne hier nirgendwo anders aufschlagen.”
Man glaubt also, dass der inszenierte Ort nicht wie die RuhrTriennalen Kirche von Schlingensief in Berlin nachgebaut werden kann. Stattdessen wird auf der Seitenbühne am 16. Mai um 20 Uhr der Film Familientreffen von Sarah Derendinger über Christoph Marthaler und seine Inszenierung gezeigt.
Wirklich live dabei sind aber:
Jürgen Gosch / Deutsches Theater Berlin
Die Möwe von Anton Tschechow
Volker Lösch / Deutsches Schauspielhaus in Hamburg
Marat, was ist aus unserer Revolution geworden? von Volker Lösch, frei nach Peter Weiss
Nicolas Stemann / Thalia Theater, Hamburg / Salzburger Festspiele
Die Räuber nach Friedrich Schiller
Katie Mitchell / Schauspiel Köln
Wunschkonzert von Franz Xaver Kroetz
Andreas Kriegenburg / Münchner Kammerspiele
Der Prozess von Franz Kafka
Joachim Meyerhoff / Burgtheater, Wien
Alle Toten fliegen hoch 1–3
von und mit Joachim Meyerhoff
Martin Kušej / Burgtheater, Wien
Der Weibsteufel von Karl Schönherr
Jürgen Gosch / Schauspielhaus Zürich
Hier und Jetzt von Roland Schimmelpfennig
Die Neuen
Besonders spannend dürfte die Inszenierung von Katie Mitchell sein, die in UK ein gefeierter und auch kontrovers diskutierter Regiestar ist (siehe allein die Guardian Überschriften über sie) und in Deutschlang bislang noch nicht zu sehen war. Auch Volker Lösch ist wohl zum ersten Mal dabei. Ansonsten geben sich die altbekannten Herren die Ehre, ungewöhnlich vielleicht noch Joachim Meyerhoff, der letztes Jahr als Schauspieler beim Theatertreffen gefeiert wurde.
(alle Infos hier)

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