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Netzwerke und Jobsuche: Xing

27. April 2009 von Hagen Kohn · 3 Kommentare · Beruf und Weiterbildung

Xing (Crossing) ist ein Netzwerk, das als Open BC (Business Club) begann und in Deutschland mittlerweile der Marktführer im Bereich Business Community ist. Wir starten unsere Serie mit Xing, weil wir alle Xing-Nutzer sind, und Vioworld auf diesem Wege seine PraktikantInnen findet.

Passiv suchen: gefunden werden

Auf Xing veröffentlicht man im Prinzip seinen Lebenslauf. Ein Profil auf der Plattform umfasst also (im Idealfall) ein ansprechendes Foto, die Ausbildung, Praktika, besondere Fähigkeiten und Interessen und daneben, als interaktives Ausgangsfeld: Suche und Biete. In meinem Profil stand unter “Suche” zu Jahresanfang zum Beispiel “Praktikum, Volontariat, Teilzeit” + “Medienbereich, Kultur, Theater, Verlagswesen” und unter “Biete“: “PR, Theater, Web 2.0, Texte, …”. Unter diesen Schlagworten plus dem Standort Berlin hat mich Vioworld gefunden und angestellt.

Mit Xing kann man also passiv Jobs suchen, indem man sein Profil mit den richtigen Keywords/Schlagworten versieht und sich finden lässt. Ob man nur für Xing-Mitglieder 0der auch für Suchmaschinen sichtbar ist, kann man übrigens selbst einstellen – die Privatsphäre bleibt also geschützt so weit man das möchte. Außerdem sollte man im Profil das “Über mich” Feld ausfüllen. Hier kann man sich mit einem Text kurz präsentieren und alles, was im tabellarischen Lebenslauf immer zu kurz kommt, ergänzen und einbinden. Weitere Tipps zur Optimierung der Suche / Biete Felder hat Dr. Andreas Lutz auf Gründungszuschuss .

Job- und Bewerbersuche

Suchagent bei Xing

Suchagent bei Xing

Als Jobsuchender kann man natürlich auch aktiv losziehen und die Angebote durchforsten. Ein zusätzlicher Service steht in Form eines Suchagenten zur Verfügung. Hier gibt man Stichwörter ein, die auf die gesuchte Stelle zutreffen sollen (oder auch einfach nur die Berufsbezeichnung), und zusätzliche Kriterien wie Standort, Position usw. und kann sich so seine eigene individuelle Jobsuchmaschine einrichten (oder auch mehrere mit Variablen einsetzen).  Jobangebote werden so für einen vorgefiltert. Diese Funktion ist natürlich auch für Jobanbieter interessant. Was potenziellen Arbeitgebern bei Xing-Profilen wichtig ist hat mein Chef stellvertretend zusammengestellt:

- Foto: muss nicht unbedingt professionell und business-like sein. Wichtig ist, dass es etwas aussagt. Prinzipiell ist alles erlaubt, nur ein Profil ganz ohne Bild macht einen schlechten Eindruck.
-Unbedingt auch Tätigkeiten nennen, die über das rein berufliche hinausgehen, wie z.B. interessante Hobbys oder ehrenamtliches Engagement (nicht Lesen, Schwimmen, Reiten!)
- Bei der Auswahl der Keywords genau überlegen, von wem man gefunden werden will und vor welchem Hintergrund (Praktikum, Job, Auslandsaufenthalt, etc…)
- Links in das Profil integrieren (zu eigenen Projekten, dem derzeitigen Arbeitgeber, der Hochschule)
- Nicht zu freigiebig mit der Freigabe der Kontaktdaten umgehen. Telefonnummer und Email sollte zuerst der Anfragende mitteilen.
- Wenn dies geschehen ist, ruhig mal zum Telefonhörer greifen. Nichts ersetzt ein persönliches Gespräch.
- Evtl. einer Xing-Gruppe beitreten, oder selber eine gründen (letzteres wird sehr genau auf Relevanz geprüft). Die Gruppe sollte aber genau zu den eigenen Interessen, bzw. Karrierezielen passen.
- Kontakte: nicht die Anzahl, sondern die Qualität der Kontakte ist entscheidend! Die Profile deiner Kontakte sollten genauso interessant sein wie dein eigenes! In diesem Punkt unterscheidet sich Xing von anderen Social Networks.

Mehr Tipps

Sehr gute Hinweise und eine ausführliche Erläuterung warum und wieso bietet die Karrierebibel . Inzwischen werden übrigens schon Seminare angeboten, die helfen sollen, Xing optimal zu nutzen. Für den Start reicht aber bestimmt ein Blick auf den Blog des Experten.

Netzwerken mit Xing

Als Community ermöglicht Xing nicht nur die Veröffentlichung eines Profils, sondern auch die Bildung eines Netzwerks über Kontakte. Klassischerweise fängt man mit dem Aufbau eines Netzwerks an, indem man sein Mailadressbuch durchchecken lässt: wer von meinen Kontakten ist schon bei Xing? Dann kann man entscheiden, ob man die Suchtreffer auch hinzufügen möchte oder diejenigen, die noch nicht bei Xing sind, einlädt dazuzustoßen.  Meine virtuellen Kontakte waren anfangs also nur Leute, die ich auch im echten Leben kannte: Schulfreunde, engerer Freundeskreis und dann noch Bekannte. Das ließ das Netzwerk schon mal ziemlich anwachsen. Dann fing ich an, mich ganz gezielt nach Theaterpädagogen in Berlin umzugucken, was innerhalb von zwei Monaten zur Gründung einer eigenen Gruppe führte, über die ich nun real und virtuell weitere interessante Kontakte finde. Inzwischen sind noch einige andere Interessensgebiete hinzugekommen und natürlich auch die Kontakte meiner Kontakte. Die aktive Teilnahme an relevanten Gruppen gehört also unbedingt dazu, will man die Xing-Vorzüge voll nutzen.

Wie man dabei professionell verfährt, nicht wahllos Kontakte sammelt oder den falschen Ton anschlägt, dazu sollte man unbedingt im Kleine Xing-Kontakt Knigge von Strategy Web nachlesen. Der wichtigste Grundsatz lautet: an die allgemeinen Kommunikationsregeln (Höflichkeit!) halten. Die Anonymität des Web ist trügerisch – einmal gespeicherte Daten können über Jahre (oder Jahrzehnte) hinweg gefunden werden. Unbedingt also vorher überlegen, wie man wem gegenüber auftritt.

Premium-Mitgliedschaft?

Bei Xing gibt es übrigens zahlende Premium-Mitglieder und nichtzahlende Mitglieder. Wenn man Xing umsonst nutzt stehen einem die meisten Funktionen zur Verfügung, allerdings kann man nicht mehr sehen, wer das eigene Profil besucht hat, es gibt keine Statusnachricht mehr, die Suchfunktion ist etwas eingeschränkt und man kann anderen keine  Initiativnachrichten mehr schicken (dafür haben Profile Gästebücher). Im ersten Monat nach Anmeldung ist jeder Premium-Mitglied, hier sollte man also aktiv am Netzwerk arbeiten und danach überlegen, ob der weitere Premium-Status nötig ist.

P.S.: Zur Begriffsunterscheidung von Social Network und Community gibt es einen schönen Artikel bei Socialnetworkstrategien: die Community sind die Menschen, die die Technik eines Social Network (Service) wie z.B. Xing nutzen.

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3 Kommentare bis jetzt↓

  • Robert Mia

    Wie bezahlt ihr denn Eure Praktikanten?

  • admin

    Da wir eine kleine Firma sind, können wir die Praktika leider (noch) nicht vergüten. Wir bieten aber ein flexibles und spannendes Teilzeitpraktikum, von dem beide Seiten profitieren. Kaffee kochen wird nicht verlangt :-)

  • admin

    Hier spricht die Praktikantin: ich kann das nur bestätigen. Liebe Grüße, Doro

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