Heute abend ist es so weit: in der New Yorker Carnegie Hall treffen 90 Musiker und Musikerinnen aus 30 Ländern aufeinander. Sie wurden aus über 3000 Bewerbungen ausgewählt, um das Google YouTube Orchester zu bilden:
Link: YouTube – “The Internet Symphony” Global Mash Up
Wie funktioniert das Youtube Symphonie Orchester
Vor etwa einem halben Jahr begann der Aufruf an Musiker weltweit, Bewerbungsvideos auf Youtube zu stellen, um sich für einen Platz im Orchester zu qualifizieren. Über 3000 ergriffen diese Gelegenheit und spielten ein eigens von Tan Dun komponiertes Stück (das man im Video hören kann) unter Anleitung des London Symphony Orchestra nach. Das circa 4-minütige Stück ist Beethoven inspiriert und heißt nicht umsonst Eroica. Ausgewählt wurden die 90 Teilnehmer übrigens von einer Fachjury und dem Youtube Publikum.
Das Programm
Gespielt werden -eher traditionell- Tschaikowsky, Debussy, Bach, Brahms, Mozart, Benjamin Britten, Wagner und Prokofjew. Aber auch ein John Cage Stück, Mason Bates (ein Elektromusiker und DJ) und Heitor Villa-Lobos sind Teil des Programms. Damit scheint man versucht zu haben, nicht nur mehrere Epochen, sondern auch Musik aus möglichst vielen Kulturkreisen mit aufzunehmen. Schließlich wird auch Tan Duns Internet Symphony No. 1 “Eroica” dargeboten.
Für den Dirigenten, Michael Tilson Thomas , ist das Besondere des Konzerts sowieso etwas Anderes:
“It could be described as something between a summit conference, scout jamboree or musical get-together. It’ll be the first time that people from so many different countries will have had a chance to discover one another online and then actually meet up and make music together.” (on NPR’s All Things Considered. Zitat.)
Allerdings könnte man dazu auch kritisch wie Eva C. Schweitzer in der Frankfurter Rundschau anmerken:
“Die Idee wurde im Silicon Valley geboren, und zwar in den Hallen von Google, der Datenkrake”.
Und was hat Google davon?
“Für den Konzern aus Mountain View, der einen Jahresumsatz von mehr als 20 Milliarden Dollar hat, ist dies nicht nur Werbung, Google will für seine Videotochter YouTube neue Märkte erschließen, vor allem unter asiatischen Liebhabern klassischer Musik” (FR).
Mal gucken, wies dann so klingt, heute abend. Mehr Infos zu den Teilnehmenden gibts jetzt schon auf der Seite, ab morgen dann auch Konzertausschnitte.
Weitere Infos auch auf dem Arts Beat Blog der NY Times.

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